Morgens um 3 Uhr klingelte schon wieder der Wecker. Nach einem leckeren Stück Orangenkuchen, gebacken von Joshelms Mutter, machten wir uns an den steilen Aufstieg. Der Vollmond schien so hell, dass wir für den Aufstieg nicht einmal unsere Stirnlampen brauchten. In diesem silbernen Licht den Berg hinauf zu wandern war wirklich etwas besonderes. Um etwa halbfünf konnte man schon das erste Sonnenlicht am Horizont erahnen und bald waren auch die ersten Berggipfel in Sonnenlicht getaucht. Wir befanden uns zum Glück immer noch im Schatten, bis wir nach zwei Stunden und fünfzehn Minuten zuoberst ankamen. Nach einer kurzen Pause spazierten wir weiter ins Dorf wo es ein zweites Frühstück gab.
Mit dem Auto ging es danach weiter zu einem Aussichtspunkt um die bekannten Kondore zu beobachten. Sie nutzen die morgendliche Thermik um über die Berge zu einer Lagune zu fliegen um ein Morgenbad zu nehmen. Allerdings sind schon einige Kondore in ihr Sommerquartier auf den Islas Ballestas geflogen. Sie sind die einzigen Vögel im Colca Cañon, die diese Distanz zurücklegen können. Als Orientierung dient ihnen der Cañon selber.
Trotzdem hatten wir Glück und konnten fünf Kondore im Flug beobachten. Ein imposantes Schauspiel. Allerdings ziemlich weit weg, da die vielen Touristen ziemlich laut waren und teilweise rauchten und die Riesenvögel empfindlich auf Lärm und Gerüche reagieren. Einzig ein junges Weibchen war neugierig und flog nah an uns vorbei.
Nach zwei Stunden wurden wir von einem Touri-Bus abgeholt. Bei einem Pinkel-Stop konnten wir eine Kirche besichtigen. Davor war ein kleiner Markt wo man sich unter anderem mit einem Lama ablichten konnte – oder sogar mit Adler auf dem Kopf!
Kurz darauf wurden wir in einem kleinen Dorf abgeladen, wo wir unser Zmittag assen und uns dabei mit der kleinen Tochter des Wirts amüsierten. Frisch gestärkt ging es weiter zu den Ruinen von Uyo-Uyo. Die Stadt wurde immer wieder von unterschiedlichen Volksstämmen bewohnt und Joshelm erklärte uns, wie man diese anhand der unterschiedlichen Stein- und Türformen erkennt. Nach diesem Einblick in die Geschichte ging es weiter – und zwar ziemlich steil. Mittlerweile befanden wir uns auf über 3600 Meter über Meer, und der Anstieg brachte uns auf 3800 Meter. Es war sehr anstrengend, aber es wehte zum Glück immer wieder ein kühler Wind und die Aussicht entschädigte sowieso für alle Strapazen.
Im nächsten kleinen Dorf wurden wir wieder von einem Auto abgeholt, das uns nach Chivay brachte. Zum Znacht gab es wieder einmal eine leckere Suppe. Müde und erschöpft vom langen Tag fielen wir bald ins Bett und in einen erholsamen Schlaf.




