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First Class Galapagos

Crui­se Tag 1

Nach knapp einer Woche war­ten war es end­lich so weit, heu­te soll­te unse­re 6‑tägige Crui­se star­ten. Pünkt­lich stan­den wir mit­tags um 12 Uhr vor dem Café Her­n­an, wo wir auch schon von Vla­di­mir erwar­tet wur­den. Zusam­men mit unse­rem Gepäck und wei­te­ren Pas­sa­gie­ren ging es dann mit dem Pan­ga zu unse­rem Schiff, der Domenica.

Nach einer kur­zen Vor­stel­lungs­run­de mit den übri­gen Teil­neh­mern der Crui­se und James, unse­rem Gui­de, beka­men wir unse­re Kabi­ne zuge­teilt. Und die war wirk­lich First Class: eine gross­zü­gi­ge Kabi­ne mit rie­si­gem Bett und moder­ner Dusche, ein Traum! Nach dem Mit­tags­buf­fet gab es eine obli­ga­to­ri­sche Sicher­heits­übung mit Alarm und Schwimm­wes­ten anzie­hen. Danach ging es per Pan­ga wie­der zurück nach Puer­to Ayo­ra wo wir das Charles-Dar­win-Zen­trum mit Schild­krö­ten­sta­ti­on besuch­ten. Es ist das ehe­ma­li­ge Zuhau­se von Lone­so­me Geor­ge, den wir in New York im Natur­his­to­ri­schen Muse­um bewun­dern konn­ten. Nach dem Besuch hat­ten wir noch “Shop­ping-Time” die wir für einen letz­ten Besuch im Gala­pa­gos Deli mit Piz­za und Gla­cé nutzten.

Nach dem Abend­essen setz­te sich das Schiff in Bewe­gung und die Crui­se ging end­lich rich­tig los.

 

Crui­se Tag 2

Heu­te mor­gen befan­den wir uns im Hafen von Isla Isa­be­la, der gröss­ten Insel des Gala­pa­gos-Archi­pels. Nach dem Früh­stück ging es mit dem Pan­ga aufs Fest­land. Als ers­tes besuch­ten wir La Tin­to­re­ras, ein Kanal in dem man meist vie­le Haie beob­ach­ten kann. James mein­te dann auch, dass wir hier “ganz sicher” Haie sehen und es der ein­zi­ge Ort sei, wo er das auch ver­spre­chen kön­ne. Er hat­te Glück – wir sahen genau einen ein­zi­gen Hai auf dem Grund des Kanals. Viel­leicht lag es auch dar­an, dass gera­de Ebbe war. So ganz spek­ta­ku­lär wie wir uns das vor­ge­stellt hat­ten war der Besuch nicht.

Als nächs­tes stand die Sier­ra Negra an, die zweit­gröss­te Cal­de­ra (Kra­ter) der Welt mit einem Durch­mes­ser bis zu 20 Kilo­me­tern. Zuerst ging es mit dem Bus in die High­lands von Isa­be­la, das letz­te Stück muss­ten wir dann zu Fuss gehen. Auf dem Vul­kan oben ange­kom­men erstreck­te sich vor uns der wirk­lich ein­drück­li­che Kra­ter mit sei­ner unwirt­li­chen Lava­wüs­te. Nach­dem alle genug Erin­ne­rungs­fo­tos geschos­sen hat­ten ging es wie­der per Pedes, Bus und Pan­ga zurück auf die Dome­ni­ca zum Mittagessen.

Am Nach­mit­tag stand ein wei­te­rer Besuch einer Schild­krö­ten­sta­ti­on an. Die­se hat­te viel gross­zü­gi­ge­re Gehe­ge, viel mehr Schild­krö­ten und sehr enga­gier­te Pfle­ger. Wir kamen gera­de recht­zei­tig zur Füt­te­rung und konn­ten zuse­hen, wie sich die Tie­re auf ihr Grün­fut­ter stürz­ten. Ohne Rück­sicht krab­bel­ten die Tie­re wild durch­ein­an­der, so dass bis zu drei oder sogar vier Schild­krö­ten auf­ein­an­der lagen. Ein lus­ti­ges Schau­spiel. Spä­ter konn­ten wir noch die ver­schie­de­nen Sta­di­en der Ent­wick­lung einer Schild­krö­te in Reagenz­glä­sern bewun­dern. Unvor­stell­bar dass aus die­sem klei­nen Tier­chen inner­halb von 100 Jah­ren eine Rie­sen­land­schild­krö­te ent­steht. Es gab auch ein Schild­krö­te­nei zur Beob­ach­tung, ein voll­kom­men run­des Ei. Die ein­ge­sam­mel­ten Eier müs­sen in genau der glei­chen Posi­ti­on in den Brut­kas­ten gelegt wer­den, ansons­ten kann der Schild­krö­ten­fö­tus sterben.
Inter­es­siert hör­ten wir James’ Erklä­run­gen zu, da stand plötz­lich einer der Tier­pfle­ger vor uns – mit einem Schild­krö­ten­ba­by in der Hand! Kaum 30 Tage alt und unglaub­lich süss. Am liebs­ten hät­ten wir es eingepackt!

Die Zeit bis zur Abfahrt des Pan­gas nutz­ten wir am Strand von Isa­be­la und genos­sen noch ein küh­les Bier. Zurück an Bord gab es vor dem Znacht noch einen Will­kom­mens­drink, bei der sich die gesam­te Crew mit Namen und Funk­ti­on vor­stell­te. Wir Gäs­te mach­ten das glei­che mit Namen und Her­kunfts­land: drei Paa­re aus den Staa­ten und jeweils eines aus Kana­da, Deutsch­land und Eng­land, zwei Back­pa­cke­rin­nen aus Deutsch­land und Kana­da und wir zwei aus der Schweiz. Eine bun­te und lus­ti­ge Truppe!

 

Crui­se Tag 3

Nach dem Früh­stück am nächs­ten Mor­gen ging es erneut auf die Isla Isa­be­la, zur Pun­ta More­na und einem Spa­zier­gang über “jun­ge” Lava – 250 Jah­re. Es war sehr ein­drück­lich, wir sahen drei ver­schie­de­ne Kak­teen­ar­ten, vie­le Lava-Eidech­sen und eine Schlan­ge. Dazwi­schen gab es immer wie­der grün über­wach­se­ne Fel­der. An einem klei­nen See konn­ten wir dann auch ein paar Fla­min­gos beobachten.

Am Nach­mit­tag mach­ten wir einen Pan­ga-Aus­flug zur Eliza­beth Bay. Auf dem Weg sahen wir zum ers­ten Mal Gala­pa­gos-Pin­gui­ne und die so bekann­ten Blau­fuss­töl­pel. In der Lagu­ne sel­ber schal­te­ten die Boo­te ihre Moto­ren aus und beweg­ten sich mit dem Pad­del vor­wärts. Wir ent­deck­ten Was­ser­schild­krö­ten, See­hun­de die sich gekonnt im Gebüsch ver­steck­ten aber durch ihr Hus­ten und Nies­sen ver­rie­ten und ver­schie­de­ne Vögel.

Nach dem Aus­flug war es zum ers­ten Mal Zeit für einen Schnor­chel­aus­flug. Aus­ge­rüs­tet mit Mas­ke und Schnor­chel hüpf­ten wir ins Was­ser – und das war eis­kalt. Brrr… Wir sahen unser ers­tes See­pferd­chen und Pin­gui­ne. Ansons­ten war es eher unspek­ta­ku­lär und so trieb uns die Käl­te ziem­lich schnell ins Boot zurück. Auf der Dome­ni­ca gab es heis­se Schog­gi zum Auf­wär­men, und anschlies­send ein Bad im woh­lig-war­men Jacuz­zi. Ech­ter Luxus!

 

Crui­se Tag 4

Über Nacht hat unser Schiff eine wei­te­re Etap­pe zurück­ge­legt und so wachen wir am mor­gen mit Blick zur Nach­bar­insel Fer­nan­di­na auf. Der mor­gend­li­che Aus­flug führt uns an der Pun­ta Espi­no­za erneut über Lava­fel­der. Hier hat es unglaub­lich vie­le Baby-Igua­nas, die man auf den ers­ten Blick auf den schwar­zen Fel­sen fast nicht erkennt. Neben all den klei­nen Igua­nas lie­gen aber auch ein paar Igua­na-Ske­let­te her­um und James erklärt uns ein paar inter­es­san­te Din­ge über die Meer­ech­sen. So tra­gen die gröss­ten Männ­chen bei Kämp­fen meist den Sieg davon, wenn das Essen aller­dings knapp wird sind sie die ers­ten, die das Zeit­li­che seg­nen. Dar­um bevor­zu­gen die Weib­chen zur Paa­rung eher die nicht ganz so gros­sen und resis­ten­te­ren Männchen.

Auf den schwar­zen Fel­sen bil­den die Sal­ly Light­foot Crabs mit ihren roten Pan­zern einen wun­der­schö­nen Kon­trast. Wird der Pan­zer zu gross, schlüpft die Krab­be aus dem Gerüst um wei­ter zu wach­sen. In den ers­ten paar Tagen ver­steckt sie sich dann zwi­schen den Fel­sen, da sie ohne ihre schüt­zen­de Hül­le will­kom­me­ne Beu­te ist.

Danach geht es wie­der ins Was­ser zum Schnor­cheln. Zum Glück ist es nicht mehr ganz so frisch wie ges­tern und die Stun­de ver­geht viel zu schnell. Vor dem Zmit­tag wär­men wir uns mit Tee von innen und einem Bad im Jacuz­zi von aus­sen auf.

Am Nach­mit­tag besu­chen wir den Tagus Cove. Hier­her kamen frü­her die Pira­ten um ihre Trink­was­ser­vor­rä­te auf­zu­fül­len und ihre Schif­fe zu repa­rie­ren. Aus dem Hoch­land ver­sorg­ten sie sich aus­ser­dem mit meist weib­li­chen Land­schild­krö­ten, die auf dem Schiff als Frisch­fleisch­vor­rat dien­ten. Auf den Rücken gedreht über­leb­ten sie ohne Was­ser und Nah­rung bis zu einem Jahr.

Wäh­rend eines kur­zen, aber auf­grund der Hit­ze anstren­gen­den Hikes hat­ten wir wun­der­ba­re Aus­bli­cke auf den Darwin’s Lake. Er ist mit Salz­was­ser gefüllt, das kon­zen­trier­ter als Meer­was­ser ist, ähn­lich wie zum Bei­spiel das Tote Meer.

Spä­ter kön­nen wir uns zwi­schen einer Kajak­tour oder einem wei­te­ren Schnor­chel­trip ent­schei­den. Wir sind die ein­zi­gen, die sich noch­mals ins Was­ser wagen, spä­ter gesellt sich noch das bri­ti­sche Pär­chen dazu. Die Sicht ist fan­tas­tisch, wir beob­ach­ten unzäh­li­ge Fisch­schwär­me. An der Ober­flä­che treibt See­gras und die Fische fres­sen so viel sie kön­nen. An einem Stück See­gras ent­deckt Jens trotz per­fek­ter Tar­nung sogar ein jun­ges knall­gel­bes See­pferd­chen. Ein Kor­mo­ran taucht auf der Suche nach Fut­ter in unglaub­li­che Tie­fen. Ein spek­ta­ku­lä­rer Schnor­chel­trip und so sind wir froh, uns dafür ent­schie­den zu haben. Wie­der ver­geht die Zeit viel zu schnell und wir müs­sen zurück auf die Domenica.

Nach dem Znacht drän­gen wir uns alle auf der Brü­cke um einen Blick aufs GPS zu wer­fen: wir über­que­ren den Äqua­tor. Den ent­schei­den­den Moment ver­pas­sen wir irgend­wie dann doch und so dreht der Kapi­tän extra eine Ehren­run­de, damit wir den Moment auch foto­gra­fisch fest­hal­ten können.

 

Crui­se Tag 5

Über Nacht hat­te unser Schiff Isa­be­la umrun­det, so dass unse­re nächs­ten Aus­flü­ge auf der Insel Sant­ia­go statt­fan­den. Als ers­tes besuch­ten wir die Playa Espu­m­il­la mit ihrem grü­nen Sand, der uns zwar eher braun erschien, aber trotz­dem sehr schön war. Der Strand ist eine Eier-Able­ge­stel­le für Mee­res­schild­krö­ten und tat­säch­lich ent­deck­ten wir noch eini­ge Spu­ren der nächt­li­chen Besu­cher. Wir woll­ten schon wei­ter­spa­zie­ren, als plötz­lich ein jun­ger Gala­pa­gos-Adler ganz nah in einem Baum lan­de­te. Neu­gie­rig beob­ach­te­te er uns und putz­te sich die Federn. Irgend­wann flog er wei­ter und so setz­ten auch wir unse­ren Weg fort. Auf dem Strand beob­ach­te­ten wir noch Geis­ter-Krab­ben, die im wei­chen Sand ihre Löcher bud­del­ten und schnell dar­in ver­schwan­den wenn man ihnen zu nahe kam.

Vor dem Zmit­tag stand ein wei­te­rer Schnor­chel­tauch­gang an. Die Sicht war wie­der phan­tas­tisch. Lei­der ent­deck­ten wir kei­ne Haie, dafür eine Grup­pe von sie­ben Adler-Rochen die ihre Run­den dreh­ten. Wie schwe­re­los glei­te­ten die Tie­re durchs Was­ser. Unbe­merkt hat­ten wir uns dabei von der Grup­pe ent­fernt. Erst als sie uns mit dem Pan­ga ein­sam­mel­ten fiel uns, dass schon wie­der eine Stun­de vor­bei war. So lies­sen wir die Tie­re zie­hen und klet­ter­ten zu den ande­ren ins Boot.

Am Nach­mit­tag ging es zur Puer­to Egas, wo wir zuerst über Lava­fel­sen spa­zier­ten. Wir sahen wie­der vie­le Mari­ne Igua­nas und Krab­ben. In den seich­ten Pools zwi­schen den Fel­sen bade­ten aus­ser­dem jun­ge See­hun­de und war­te­ten auf die Rück­kehr ihrer Mütter.

Über einen stau­bi­gen Weg ging es danach wei­ter zu einem wei­te­ren Strand, die­ses Mal mit schwar­zem Sand. Als Abschluss ging es noch­mals ins Was­ser zum Schnor­cheln. Es gab wie­der reich­lich Fische zu sehen, die ein oder ande­re Was­ser­schild­krö­te und wie­der ein Adler-Rochen. Und dann unser High­light: drei Haie! Zwei waren eher klei­ne Exem­pla­re von etwa einem Meter Län­ge, der drit­te aber war sicher fast zwei Meter lang. In einer Art Unter­was­ser­tun­nel zog er sei­ne Krei­se. Zugleich ein mul­mi­ges, aber auch sehr fas­zi­nie­ren­des Erlebnis.

Kaum auf der Dome­ni­ca zurück setz­te sich das Schiff auch schon bald in Bewe­gung, denn unse­re nächs­te Sta­ti­on am fol­gen­den Tag war die Isla Lobos vor San Cris­to­bal, was etwa 14 Stun­den Fahrt bedeu­te­te. Wir genos­sen den Fahrt­wind mit einem letz­ten Bad im Jacuz­zi. Vor dem Abend­essen gab es noch einen Abschieds­drink mit der Crew. Obwohl es unser letz­ter Abend auf dem Schiff war gin­gen wir rela­tiv früh in unse­re Kabi­ne, da wir noch packen muss­ten. Aus­ser­dem spür­ten wir den Wel­len­gang heu­te ziem­lich und so leg­ten wir uns auch bald ins Bett.

 

Crui­se Tag 6

An unse­rem letz­ten Tag ging es noch vor dem Früh­stück auf die Isla Lobos – die See­lö­wen-Insel. Wie der Name schon sagt, gibt es hier vie­le See­lö­wen und man muss auf­pas­sen, nicht plötz­lich über einen zu stol­pern oder in ihre Hin­ter­las­sen­schaf­ten zu treten.

Zurück an Bord lies­sen wir uns zum letz­ten Mal das Früh­stücks­buf­fet schme­cken, wäh­rend die Dome­ni­ca den Hafen von San Cris­to­bal ansteu­er­te. Mit dem Bus ging es zum Cen­tro de Inter­preta­ci­on, das etwas aus­ser­halb des Zen­trums liegt. Für uns nicht wirk­lich inter­es­sant, da wir das Muse­um an unse­rem letz­ten Tag bei unse­rem 1. Auf­ent­halt schon ange­schaut hat­ten. Zum Glück ging es bald zurück ins Dorf wo wir zum Abschied noch eine Run­de Bier tran­ken. Kurz vor dem Mit­tag hiess es dann Abschied neh­men vom Rest der Grup­pe. Eine erleb­nis­tei­che Woche ging zu Ende und wir freu­ten uns auf ein paar letz­te ent­span­nen­de Tage auf San Cristobal.

 

Anbei eine all­ge­mei­ne Bil­der­ga­le­rie. Auf Grund der lang­sa­men inter­net­ver­bin­dung war es nur schwer mög­lich mehr Bil­der hochzuladen.